SCHLUSSWORT

BRIEFE AN EINEN UND VIELE

Vorbemerkung
Die Briefe
1 Vom Besitztum der Seele
2 Von unnötiger Angstung
3 Vom verlangten Vertrauen
4 Über meine Schreibweise
5 Von meinem Selbstbekennen
6 Womit man zu Ende sein muß
7 Vom Tempel der Ewigkeit
8 Über meine Geistnatur
9 Wie geistige Hilfe bewirkt wird
10 Wie Gott fern ist vom Weltgeschehen
11 Wie Gott Einzelnen dennoch hilft
12 Von den Seelenkräften
13 Über Neudrucke meiner Bücher
14 Von Polytheismus und Heiligenkult
15 Von der Weise des Lebens im Licht
16 Über die Milde wahrer Erweckung
17 Von Mystikern und Böhme
18 Von dem was Gott ist
19 Von Wesenheit und Wesen
20 Was ich nicht erfragt sein will
21 Von der Zwölfzahl und der Turmuhr
22 Von den Schuppen vor den Augen
23 Wie alle ungleich sind vor Gott
24 Vom Bekennen vor den Menschen
25 Von gefallenen Meistern
26 Von strahlenden Steinen und Stoffen
27 Vom Entwerten des Leides
28 Vom Segnen und vom Segen
29 Von der Zeitfremdnis des Ewigen
30 Von Hingabe und Wortverzicht
Schlußwort

Die Vorbemerkung und das Schlußwort gehören
organisch zu diesem Buche und wollen nicht als
Nebensache betrachtet werden!


SCHLUSSWORT

 

Strenge versage ich mir
hier über Dinge zu richten,
Die meinem Rechtspruchrechte
erdenhaft nicht unterstehen.
Allen Gewichtigen aber,
wie allen windigen Wichten,
Weiß ich die Wägung sicher,
der sie gewiß
nicht entgehen…

Jeder muß selber dereinst sich
auf unerbittlicher Waage,
Klar offenbaren vor Allen
an seinem Selbstrichte-Tage!

 

ES wäre gewiß möglich, diese Briefe um viele andere zu vermehren, und es mag nicht ausgeschlossen sein, daß ich eines Tages dem vorliegenden Zyklus einen zweiten folgen lasse. Fürs erste aber ist genug gegeben! Wenn das, was vorliegt, in dem dafür ausersehenen Leser den Wunsch erwecken kann, mehr in dieser Form Gestaltetes zu eigener Förderung dargeboten zu erhalten, so ist damit der Aufgabe dieses Buches besser entsprochen, als wenn ich den Inhalt so umfangreich hätte werden lassen, daß notwendigerweise die lebendige Übersicht über das Ganze erschwert worden wäre. Das ganz kleine Schriftchen: „In eigener Sache” hat in zahlreichen Beweisen wieder aufs deutlichste gezeigt, wie die Klärung, die von Worten ausgehen kann, nicht vom PDF Seitenmäßigen Umfang einer Bekundung abhängig ist, wohl aber von der Möglichkeit, das Gegebene in einem Blick innerlich umfassen zu können.
Absichtlich unerwähnt ließ ich in den Brief kapiteln des vorliegenden Buches die durch mein ewiges Sein allein bedingte sprachliche Selbstdarstellung in den drei Silben „Bô Yin Râ”, die vielen an meinen Lehrschriften Vorübergehenden immer noch „Pseudonym” heißt, und Gegenstand beharrlichster Fehldeutung bleibt… Ich hatte für die Reihenfolge der Briefe einen Entwicklungsgang zur Richtschnur genommen, der mir mit allen seinen Zwischenspielen aus vielen Einzelfällen her bekannt ist, wobei aber der Suchende jeweils schon lange bevor er das erste Wort an mich richtete, sich den konventionellen Fesseln entwunden wußte, die andere an gewissen gar zu niedrigen Blickpunkten festhalten, von denen aus nur die grotesken Zerrgebilde der „Froschperspektive” zu erlangen sind. Unmöglich konnte ich daher in dem von mir gewählten Zusammenhang einen der wenigen Briefe reproduzieren, die ich vor vielen Jahren gelegentlich auch über die mir äquivalenten drei Silben und ihre „tragenden” Buchstaben zu schreiben genötigt war. Hier aber das im Buchverlauf absichtlich Unterlassene nicht zum Schluß doch noch nachholen zu wollen, wäre kaum verantwortbare Versäumnis. Andererseits aber liegt kein Grund vor, für das, was diesbezüglich zu sagen ist, die Briefform beizubehalten, obwohl nichts anderes zur Erörterung gelangen kann, als was in den oben erwähnten seltenen Briefen dargelegt wurde.

Immer wieder muß ich gewahren, daß man in bezug auf die Silbenformel, die meinem ewigen Sein entspricht, das Ungewohnte eines Buchstabenbildes und seines lautlichen Ausdrucks mit dem Begriff des „Fremdländischen” verwechselt.
Der angeblich „indische” Name, dem man hier zu begegnen glaubt, würde aber, — wenn die drei Silben so gemeint wären, — in keiner Weise einem sprachlichen Kanon indischer Namensgestaltung entsprechen. Ebensowenig ist etwa hier Chinesisches gemeint. Ich bitte Indologen und Orientalisten, mir verzeihen zu wollen, daß ich solche Selbstverständlichkeit überhaupt erwähne. Ich bin leider genötigt dazu!
Wenn ich mir ein „Pseudonym” hätte schaffen wollen, dann wäre ja nur Wahnsinn imstande gewesen, den Decknamen aus Sprachbezirken herleiten zu wollen, die zu meiner amtsnotorischen kurmainzisch-fränkischen Abstammung von bäuerlichen Winzern, Forstleuten und ländlichen Handwerksmeistern, und meinen zu keiner Zeit verdunkelten äußeren Lebenswegen, auch nicht die leiseste Beziehung haben! Könnte aber auch eher ein abenteuerlicher, kauziger Sonderling, der Jahr und Tag in asiatischen Ländern den ihm von Hause aus Nahen verschollen war, vielleicht auf die romantische Idee kommen, sich hinter ein exotisches Pseudonym zu verstecken, so müßte er doch schon recht weltfremd geworden sein, wenn er etwa zu glauben vermöchte, seine Maskerade werde heute in Europa von einsichtigen Menschen noch ernst genommen. Alles was ich je geschrieben habe, wendet sich einzig und allein an Menschen, denen ein Europäer, der sich hinter einem asiatischen Decknamen verbirgt, nur an Stätten der Kurzweil: — bei Künstekundigen seltsamen Könnens oder körperlicher Kraft und Kühnheit, — noch allenfalls erträglich ist. So geht es mir natürlich auch selbst, und ich weiß von mir auf Andere zu schließen. Zudem habe ich nicht eine einzige Zeile im Namen der meinem Ewigen äquivalenten Silbenformel — oder auch nur ihrer „tragenden” Buchstaben — veröffentlicht, ohne eine recht ansehnliche Zahl mir Nahestehender genau über das geistig Gegebene orientiert zu wissen, das mir die Pflicht auferlegte, meinem bürgerlichen Familiennamen nicht zuzuschreiben, was ihm nicht zukommt. Es war jedoch nicht der mindeste Grund vorhanden, der mich hätte veranlassen können, ein „Pseudonym” zu verwenden, und überdies waren mir durch verschiedene Fügungen meines Lebens, lange bevor ich selbst Bücher zu veröffentlichen hatte, mehr als hinreichende Einblicke in die Praxis verlegerischer und redaktioneller Urteilsbildung zuteil geworden, als daß ich mich — selbst wenn mir ein „Pseudonym” nötig erschienen wäre — auch nur der leisesten Täuschung darüber hätte hingeben dürfen, daß nichts verkehrter sein könne, als es von asiatischen Sprachen herzuholen.
Mit Recht weigern sich in aller Welt alle Urteilsfähigen, auf irgendeine törichte Maskierung einzugehen, die nur ein kläglich Urteilsloser als Förderung der Aufmerksamkeit auf ihn und seine Sache werten könnte.

Über die drei Silben „Bô Yin Râ” äußerte ich mich schon vor geraumer Zeit in einer Verlags-Flugschrift dem Sinne nach dahin: — daß es sich hier nicht etwa um drei „Worte” handelt, aus deren „Bedeutung” man irgend etwas herausgeheimnissen könnte, trotzdem sie als Silben auch Sprachwurzeln alter Sprachen entsprechen, sondern, daß diese sieben Buchstaben den, meinem substantiellen urgeistigen Sein äquivalenten „Namen” bilden, weil ihre Laut- und Zeichenwerte meiner ewigen geistigen Wesensart entsprechen, so, wie eine bestimmte, in Buchstaben bezeichenbare Notengruppe einem bestimmten Akkord entspricht. (Das „Y” in „Yin” ist als „Ü” Laut zu sprechen, verwandt dem althochdeutschen „Win”, und kann nicht durch „J” ersetzt werden. Die Dachstriche über „o” und „a” sind Dehnungsanweisungen.)
War ich auch in meinem Ewigen immer in dem bewußt, was die Formel der drei Silben Bô Yin Râ meint, so mußte ich dessen doch erst im Laufe der Zeit auch in meinem Gehirnbewußtsein bewußt gemacht werden. Hiervon handelten an der genannten Stelle einige Worte, in denen ich darlegte, wie mir meine geistige Schulung sehr entscheidend andere Begriffe vom Wesen eines wahren „Namens” nahebrachte, als sie landläufig hier auf Erden zu finden sind. Ich berichtete kurz davon, daß ich durch meine seelische Erziehung zum Bewußtsein der geheimnisvollen Wege gelangt war, die von einem „Namen” zu einem neuen „Namen” führen, wobei gewisse Buchstaben dieser „Namen” wie geistige „Antennen” wirken, über die dem auf solche Weise unsichtbar Geführten stets neue geistige Hilfe zukommt. Und im weiteren bekannte ich, daß ich während meiner geistgeleiteten Schulung selbst manche solche „Namen” getragen hatte, die ich erst in stets erneuter Selbstüberwindung wieder überwinden lernen mußte, bevor ich meines urewigen Namens auch in meinem vergänglichen Irdischen geistig wahrhaft würdig werden konnte, soweit das äußere natürliche Entwicklung sukzessive zuließ.
Lange genug war ich bereits den mir vorbezeichneten Weg der „Namen” entlang geschritten und wußte wahrhaftig aus eigener Erfahrung um der geistgeformten Namen kräfteweckende Natur, aber es schien mir unmöglich, meinem mir damals seit Jahren schon auch irdisch in seiner Substanz bewußten urewigen Namen ein Äquivalent in Lauten und Buchstaben zu schaffen, bis mir mein geistiger Erzieher inmitten anderer, mir gleich ihm im Geiste Vereinten, in einer gesegneten Nacht an hellenischem Meer, Augen und Ohren dafür öffnete, wie dies dennoch möglich, — ja notwendig sei… Von da an hatte ich nun auch die irdische Lautformel und ihre Zeichen für das, was im Ewigen substantiell mein „Name” ist: — geistig in ewiger Zeugung durch den Vater bestimmte Kraftform und diese Form ewig nach einmalig gesetztem Impuls aus dem Vater bewegender Wille.
Das ist das wirkliche Geheimnis um den angeblich „indischen” Namen, in dem man aus gewohnter eigener Perspektive her ein „fremdländisches” Pseudonym zu erkennen glaubt!

Da aber nichts im ewigen Sein, und daher auch nichts im irdischen Dasein isoliert in sich selbst ruht, so ist auch das, was ich in meinem ewigen Namen bin, dem die Formel: Bô Yin Râ ja nur irdischen Ausdruck schafft, mit unendlich vielem in enger und ferner Verbindung, wodurch denn auch in mancher Deutung, die man dieser erdensinnlich faßbaren Formel gibt, — sei es auf Grund von sprachlichen, laut- und tonmäßigen, oder aus den Buchstabenzeichen herstammenden Assoziationen, — mehr Wirklichkeitsentsprechung steckt, als die jeweiligen „Entdecker” und zu den merkwürdigsten Vergleichen greifenden „Deuter” ahnen können.
Daß es mir wider den guten Geschmack geht, die auf Grund gegebener Assoziationen möglichen Analysen der drei Silben auch noch gar durch Hinweise selbst zu fordern, — wie es oft genug von mir verlangt wurde, — wird man wohl verstehen lernen müssen. Keinem einzigen, der meine Lehrschriften Befragenden könnte sein Weg leichter gangbar werden, wenn er auch genauestens wüßte, welche Lande uralter religiöser Kultur mir zur Zeit der Vorbereitung auf mein irdisches Wirken seelisch-geistig schon heimliche Heimat waren, und ebensowenig würde es einem Suchenden auch nur das geringste nützen, wenn er alle — mir selbst sehr gleichgültigen — geheimen Bedeutungen der Buchstaben in den drei Silben, sowie ihre im Orient traditionellen Zahlwerte entdeckt hätte. Man darf nicht von mir Erörterungen über Dinge erwarten, denen ich selbst in meiner eigenen Lebenssphäre bewußten Willens alle besondere Beachtung versage, weil sie in der mir dargebotenen Zeit, innerhalb der Welt, die mir Wirkungsbereich ist, ohne Gegenwartsbedeutung sind.
Wer es nicht lassen kann, jeglichen Fährten nachzuspüren, die seinen Pfad zum Lichte auf allen Höhenlagen von irgendeiner Richtung her kreuzen, der wird schwerlich in diesem Erdenleben dahin gelangen, wohin besonnenes Weiterschreiten ihn gelangen lassen könnte. Auch die edelste Wißbegier wird Verführung, wenn sie vom eigenen Wege abziehen will, und ich kann unmöglich dem Vorschub leisten, was ich als den Suchenden hindernd erkenne. Es gibt auch wirklich noch genug Aufgaben, die mir näherliegen, als die Befriedigung grübelnder Neugier!
So schließe ich heute dieses Buch, wie ich es geschrieben habe: — seine, ihm von mir geistig erlesenen, zubestimmten Leser segnend aus dem ewigen Licht, — in meinem ewigen Namen

Bô Yin Râ.