GELÖBNIS

WORTE DES LEBENS

Anruf.
Ich.
Einkehr.
Liebe.
Tat.
Kampf.
Friede.
Kraft.
Leben.
Licht.
Vertrauen.
Erleuchtung.
Gelöbnis.


GELÖBNIS

 

O Du, Unfassbarer, Urgewaltiger, der Du in meine Nacht der Nichterkenntnis Deines Wortes hellende Sterne sendest, lass meinen Dank vor Dir wie Weihrauchwolken sich erheben und Deines Tempels Unermesslichkeit erfüllen!
Wahrlich, ich weiss nicht, wie ich Dich nennen soll, es sei denn, Dein «Name» wäre – geheiligt durch Dein Sein – der gleiche, in dem ich selbst mich vor mir benennen lernte, indem ich zu mir selber komme und sage:<br>

Ich!

Du Ur - Ich, Ur - Licht, Ur - Wort bist Ur - Grund meines Seins!
Als Deines «Namens» Abglanz und Bild, lehrtest Du selbst meine Seele, – mich benennen! – –
Verdunkelt durch alle selbstgeschaffenen Zwischenwände, die mich Dir verbergen sollten, strömte dennoch Dein Licht zu mir!
Als «Luzifer», als Träger Deines Lichtes, war ich einst Dir nahe, ehe ich mich selbst in grauenhafte Finsternis versinken Hess, da ich vermeinte, selbst das

Licht

zu sein! – – – – –
Nun zeugst Du selbst in meinesgleichen, um mich zu erlösen, Deiner Liebe unbegreiflich hohe Wandlungskraft, auf dass in mir – der Seele jungfräulichem Schoss entsprossen – «Christos» der Herr: Dein

Wort

geboren werden könne, mich aus Höllenqual und lichtesfernstem Dunkel zu Dir zurückzuführen! – – – – –

Du, meines Daseins Urgrund gibst Dich selbst mir kund, – lehrst mich in Menschenwort: zu Dir zu finden, und zeigst mir, dass in Dir die Gnade wohnt, die, aller Willkür hoch entrückt, Gesetz ist und Erfüllung heischt, soll meine Seele sie erreichen können…
O wie ferne waren doch Jene von Dir, die mir von «Gnade» sprachen, so als ob Du, wandelbaren Erdgeborenen gleich, nach Laune Schuld erlassen oder auf mir lasten lassen könntest! – –
Nun kamst Du selbst zu mir, mich zu belehren, und ich erkenne Dich, auch wenn mein Auge noch geblendet ist von Deines Lichtes überheller Klarheit!
Nun weiss ich, dass ich selbst nur Abbild Deines Lebens bin, und dass alles, was ich selbst mir zuschrieb, einzig und allein nur Deiner Allkraft Wirkung war! – – –

Zu Dir, Du mein innerstes Sein, soll sich hinfort nun meine Seele kehren!
In Dir nur kann sie geborgen ruhen!
Von Dir nur darf sie das Heil erwarten!
Aus Dir nur kann ihr die Rettung kommen!
Ach, dass ich nicht eher schon erkannte, wie mir Erlösung werden könne, und immerfort Ausschau hielt nach kommenden Erlösern, während ich in mir selbst, Dich, den Erlösenden trug! – – –
Doch will ich wahrlich jetzt nicht murren und will mein Schicksal nicht beklagen.
Heute, an diesem Tage, ward mir das Heil!
Gepriesen sei ewig Tag und Stunde, da Du, mein Innerstes, zu mir Dich wenden wolltest!
Nicht könnte ich jemals Dir entrinnen, auch wenn ich niemals zu Dir mich kehrte!
In Nacht versunken, mich selbst verlierend, bliebe ich dennoch, auch wissenlos, der Abglanz des Wunders aller Wunder, das da in Ewigkeit Du selber bist! – – –
Nun aber, da Du selbst mir gerufen hast, will ich wahrlich den Ruf nicht überhören!
Ach, ich wartete ja so manche Jahre mit aller Inbrunst auf Deinen Ruf! – –

O Du, der meine Seele in sich selber trägt, leite mich fortan durch jene Wandlungskraft, die Du in Menschengeistesformen zeugst, damit erkennend ich zum Schauen komme, jenen gleich, die Du zu meinem Heile Dir zu Helfern schufst!
Siehe, ich bin Dein Eigen und nichts mehr ist an mir, das da Anrecht erheben könnte an mich!
Ich gehöre nur Dir und habe nichts mehr, das nicht von Dir ergriffen werden wollte!
In Dir allein will ich mein Heil und meine Seligkeit finden!
Dir allein soll hinfort all mein Atmen ein Lobpreis sein!
Zu Dir allein soll sich all mein Denken kehren!
Durch Dich allein will ich ewig dereinst im Leben
sein! – – – – –

Du, –
der:
«Ich Bin!»