Wie meine BÜcher gebraucht werden wollen

DER WEG MEINER SCHÜLER

Wer mir als Schüler gilt.
Notwendige Unterscheidung.
Unnötige Selbstquälerei.
Unvermeidliche Schwierigkeiten.
Dynamischer Glaube.
Das ärgste Hindernis.
Der Schüler und seine Gefährten.
Innenleben und Außenwelt.
Wie meine Bücher gebraucht werden wollen.


 



Wie meine BÜcher gebraucht werden wollen

 

Als ich, bald nach der Jahrhundertwende, vor über dreißig Jahren, die ersten Versuche unternahm, das, was mir bis dahin an lebendig erfahrenen geistigen Aufschlüssen geworden war, in sprachliche Form zu fassen, — aber auch noch ein Jahrzehnt später, nachdem mein geistiges Erleben wie meine Versuche das Erfahrene darzustellen, zu einem vertrauten Geschehen und Tun geworden waren, — dachte ich nicht im Traum daran, etwas aus dem, zur Verhütung jeglicher Profanation in von mir eigens ersonnener Geheimschrift Niedergelegten, schon während meines Erdenlebens zu veröffentlichen.

Es war mir vielmehr zu selbstgetroffener Anordnung geworden, daß ich in entsprechender Zeit den „Schlüssel” meiner Geheimschrift einer mir vertrauenswert erscheinenden Persönlichkeit übergeben würde, der es dann obliegen sollte, das Vorgefundene nach meinem Tode in geeigneter Weise herauszugeben.

Zwischen meinen Papieren befand sich außerdem jahrelang in verschlossenem Umschlag eine diesbezügliche „letztwillige Verfügung” und eine zweite Aufzeichnung des Schriftschlüssels, für den Fall plötzlichen Todes, vor der erfolgten Einsetzung des zu betrauenden „Testamentsvollstreckers”.

Ich ahnte nicht, daß ich eines Tages selbst diese vorzeitige „Hinterlassenschaft” der Öffentlichkeit zugänglich machen, und das sorglich in nur mir selbst verständlicher Schrift Niedergelegte, für den Setzer transkribieren sollte.— —


Nachdem mein bedeutsamster geistiger Führer und Belehrer, der begreiflicherweise allein für mich „Autorität” geworden war, bei Gelegenheit eines Besuches, mir zum erstenmal überzeugend klargelegt hatte, daß es mit dem bloßen Hinterlassen von Lehrtexten nicht getan sei, sondern daß auf mir die Verpflichtung laste, das Niedergeschriebene persönlich, während meines äußeren Erdendaseins, vor aller Welt zu vertreten, — geriet ich für lange Zeit in einen Zustand unsagbarer Bedrückung, da ich Tag um Tag vergeblich nach einer Möglichkeit suchte, ein solches notgedrungene Sich-selbst-offenbaren-müssen mit meinem geistbegründeten Bedürfnis nach Verborgenheit und Isolation zu vereinen.

Diesen inneren Plagen vermochte ich mich erst zu entwinden, nachdem mir der gleiche, voll Ehrfurcht geliebte, väterliche geistige Leiter erneut begegnet war, — diesmal fern von meiner Heimstatt, — und ich dann, während eines Jahres geistiger und künstlerischer Arbeit in Griechenland, auch noch mit anderen Männern bekannt gemacht wurde, deren geistiger Bruder ich fortan sein sollte.

Von Athen aus sandte ich daraufhin auch das erste kleine Manuskript, unter dem Titel „Das Licht vom Himavat”, — vorerst nur mit den drei Anfangsbuchstaben meines mir von Lehrer und Brüdern übertragenen geistigen Namens signiert, — probeweise in eine begrenzte Öffentlichkeit.

Das geschah im Jahre 1913.

Die Aufnahme der kleinen Lehrschrift war weit besser als ich vorher erwarten zu dürfen glaubte.

Jetzt ist das damals einzeln Veröffentlichte dem „Buch der Königlichen Kunst” wieder einbezogen, dessen Material ich es zuerst entnommen hatte.


Als dann in der Folgezeit fast kein Jahr verging, in dem nicht eines der, wenn auch zumeist wenig umfangreichen Bücher von mir erschien, — oder gar Verschiedenes zugleich herauskam, — wußten manche Leser nicht recht, sollten sie solche reiche Produktion bewundern, oder den Autor unter die „Vielschreiber” einreihen?

Man konnte ja nicht wissen, wie vieles von dem, was da so bald nacheinander herausgegeben wurde, schon viele Jahre lang, fast druckfertig geformt, in meinem Schreibtisch verschlossen lag, oder aber in Griechenland, lang vor dem Erscheinen, niedergeschrieben worden war.

Es gehört dazu: fast alles im „Buch vom lebendigen Gott” und im „Buch vom Menschen”, — fast alles in „Mehr Licht!” und im „Buch der Königlichen Kunst”, sowie manches im „Buch der Gespräche”, — ganz abgesehen von dem vielen, das zwar schon einmal schriftlich niedergelegt war, aber von mir umgeformt werden mußte, weil es in seiner erstmals gegebenen Form nur nach meinem Tode hätte veröffentlicht werden sollen.

Nachdem mir die Aufgabe verpflichtend geworden war, schon während meines äußeren Erdendaseins über alle in meinen Büchern zur Sprache kommenden Dinge reden zu müssen, konnte das unmöglich in der ehedem gewählten Form einer geistigen Hinterlassenschaft geschehen.

Ich erwähne alle diese Dinge hier, weil ich zuweilen einer allzu „literarisch” eingestellten Auffassung meines lehrenden Wirkens begegne, die sich unerlaubt weit von den gegebenen Tatsachen entfernt.

Mich hat zu keiner Zeit auch nur der mindeste literarische Ehrgeiz geplagt!

Die Dinge über die ich schreibe — trotz ihrer Gegenwehr gegen alles Dargestelltwerden — in sprachliche Form zu zwingen, war mir jederzeit härteste, hart verantwortliche Verpflichtung, deren ich mich nur zu gerne entledigt haben würde, wäre das möglich gewesen.


Ich schreibe nicht um mich am Schreiben zu erfreuen!

Nichts von allem, was ich bis zu dieser heutigen Stunde schriftlich gegeben habe, ist etwa „leicht” geschrieben worden, was auch ganz unmöglich wäre, da die fast untragbare ewige Verantwortung, die mir nicht abgenommen werden kann, mir zur Pflicht setzt, nicht nur jeden Satz, sondern jedes Wort und jede Silbe daraufhin zu prüfen, ob sie taugliche Träger des ihnen anvertrauten Inhalts sind, — nicht im literarischen Sinn, sondern in Bezug auf die in den Worten dargebotene Tragfähigkeit für substantiell Geistiges!

Überall, wo es nötig wird, sind die von mir formulierten Sätze, Worte und Silben mit substantiellem Geistigen — gleichnisweise gesagt: — „geladen”.

Ich kann den dazu nötigen, im höchsten Sinne „magischen” Vorgang, weder beschreiben noch lehren, sondern nur darauf hinweisen, daß es sich dabei um gar nichts Mysteriöses, wohl aber um das Benützen der in fast allen Sprachelementen latent vorhandenen, und beim lauten oder auch nur „gedachten” Aussprechen freiwerdenden substantiellgeistigen Schwingungen handelt.

Viele haben sie bewußt empfunden, ohne zu ahnen, wie die von ihnen wahrgenommene Hilfe in den ihnen dargebotenen Worten „akkumuliert” war…


Aus dieser Darlegung eines außergewöhnlichen Sachverhalts, — die ich nur mit erzwungener Überwindung begreiflicher Scheu vor den Unterstellungen des Unverstandes niederschreiben kann, — ergibt sich schon klar genug: wie man meine Bücher nicht gebrauchen soll!

Man soll sie nicht wie etwas mehr oder weniger Interessantes, Phantastisches, Seltsames, oder auch vertrauend Hingenommenes, auf die Art „lesen”, wie man gemeinhin heute zu lesen pflegt: — also indem man nur noch in Satzgruppen, — kaum mehr in Sätzen, — liest, und immer schon irgendwo anders ist als beim Sinn eines Wortes, das man soeben „überflogen” hat. —

Man soll sie nicht lesen in der Meinung, sie seien nach der längst stereotyp gewordenen Auslegung zu verstehen, die man gewohnheitsmäßig allem Gelesenen zuteil werden läßt. —

Ich bin schon aus den oben erwähnten, das substantielle Geistige betreffenden Verpflichtungen heraus genötigt, sehr oft das sonst Gewohnte in ungewohnter Weise anzuwenden, weil ja Rhythmen, Vokal- oder Konsonant Wiederkehr und Ähnliches, nicht nur stilistisch bedingt sind, — ganz abgesehen davon, daß ich mir das Recht geben muß, die Worte so anzuordnen, die Sätze so zu gestalten, daß sie mir selbst das ausdrücken, was ich anderen Menschen vermitteln will.

Unmöglich kann ich anders beurteilen, ob ich meiner Pflicht Genüge leiste, oder nicht!

Um wirklich das aufnehmen zu können, was in meinen Büchern gegeben ist, wird man sehr bedachtsam lesen lernen müssen. —

Allerdings wird sich solches Lesen dann lohnen!


Beim allerersten Lesen sollte man sich vorerst noch um nichts anderes kümmern, als um den allgemeinen „Inhalt”, so, wie er sich auch dem eilfertigen Leser darstellt, der niemals „Zeit” hat.

Das Buch, das der Schüler in der Hand hält, muß bereits seine Neugier: zu wissen, was drinnen steht, befriedigt haben, wenn er es dann auf eine andere Art zu lesen unternimmt, die in seiner ewigen Seele und in seinem eigenen substantiell-geistigen Organismus ein helles, beglückendes Aufklingen bewirken kann…

Solange eine Stelle in einem meiner Bücher, die vom wirklichen ewigen Geiste und den Dingen des substantiellen geistigen Lebens handelt, noch nicht den freudigen Widerhall weckt, den man empfindet, wenn etwas lang Vergessenes, dem voreinst unsere Liebe gehörte, wieder vor uns genannt wird, — solange ist die betreffende Textstelle noch nicht verstanden!

 

Es hat aber gar keinen Zweck, nun über diese Stelle zu grübeln, oder gar eine Empfindung künstlich herbeiführen zu wollen, die nun einmal noch nicht von innen her zum Aufklingen kommt.

Auf solche Weise könnten nur die übelsten Selbsttäuschungen Nahrung erhalten!

Ist die Empfindung des Wiedererkennens, die sogleich volle Sicherheit gibt, und mit einer tiefen Freude aufgenommen wird, noch nicht da, dann lasse man jede solche Textstelle vorläufig auf sich beruhen, und wende sich anderen zu, die im gegebenen Augenblick etwas zu sagen haben.

Der Schüler wird das gleiche Buch noch unzähligemale zur Hand nehmen müssen, wenn es ihm geben soll, was es zu geben hat! —


Durchaus verfehlt wäre es jedoch, wenn man sich in den Kopf setzen wollte, dieses eine Buch in dem man gerade liest, nun solange immer wieder zu lesen, bis es alles, was es zu geben hat, dargeboten habe.

Auf diese Art würde der Suchende nicht nur nichts erreichen, sondern sich innerlich derart abstumpfen, daß er bestenfalls erst nach Jahren wieder fähig würde, eines der Bücher aufgeschlossenen Sinnes und mit Nutzen zu lesen.

Man darf mir wahrhaftig glauben, daß es nicht aus Willkür geschah, wenn ich das, was mir zu lehren oder darzustellen oblag, auf die verschieden in sich abgeschlossenen kleinen Bändchen verteilte.

Und wenn ich jeweils ein solches Bändchen als „Buch” bezeichne, so entspricht das durchweg seinem Inhaltsgut, dem ich weit leichter in umfangreichen Darlegungen hätte Ausdruck schaffen können, als es in der, zum Besten des Schülers durchgeführten, auf den knappesten Raum gedrängten Form möglich war.


Wer etwas näher zusieht, der wird nicht nur bemerken, daß es gewiß nicht schwer gewesen wäre, den Inhalt eines solchen, wenig umfangreichen „Buches”, zum Anlaß eines recht voluminösen Bandes werden zu lassen, — aber man wird bei solcher Prüfung auch entdecken, daß es nicht nur seine guten Gründe hatte, weshalb ich statt dessen, dem Menschen unserer Tage, — der „keine Zeit” zum Lesen hat, — alles in „Büchern” darbot, deren Umfang zu beschränken meine stete Sorge war, sondern man wird auch sehen, daß die von mir getroffene Sonderung durch psychologische Gegebenheiten gerechtfertigt ist.

 


Wenn einer seine Mitmenschen über persönliche, vielleicht recht unmaßgebliche Auffassungen außererdensinnlicher Dinge belehren will, dann kann das gewiß in einem einzigen Buche geschehen, das dann zum Volumen eines Lexikonbandes anschwellen mag, ohne dadurch an Wert zu gewinnen oder zu verlieren.

Wenn ich aber Menschen, die in ihre substantielle Geistigkeit hinzufinden suchen, derart führen will, daß sie zu Findern werden, dann muß ich mit den durch die Art des Ablaufs der Gehirnbewegungen gegebenen Auffassungsmöglichkeiten im Menschen rechnen, und noch mit vielem Anderen mehr, — so daß ich nur dann Hilfe bringe, wenn ich das erstrebte Hochziel immer wieder von anderer PDF Seite her sehen lasse.



So habe ich denn auch meinem gei stigen Schüler nur zu raten, daß er sogleich zu einem anderen meiner Bücher greifen möge, sobald er bemerkt, daß den eben aufgenommenen Lehrworten und Schilderungen kein inneres Entgegenklingen zu antworten vermag.

Und zwar soll er solchen Wechsel so oft vornehmen, bis er bei dem Buche angelangt ist, das ihm Werte zu geben hat, die im gegebenen Zeitpunkt innerlichen Widerhall wecken.

Wir sind durchaus nicht zu jeder Zeit imstande, das Gleiche aufzunehmen!

Zu verschiedenen Zeiten bedarf es nicht nur verschiedener Ausdrucksgestaltung, sondern auch einer anderen „Perspektive” aus der wir den befragten Gegenstand unseres Erfahrenwollens erblicken können, soll er uns die von ihm verlangte Antwort geben.

Da aber nun in meinen einzelnen Büchern dem Geistigen immer neuer Ausdruck gesucht und gefunden wird, und da ich das, was des Geistes ist, auch aus allen nur in Betracht kommenden Gesichtspunkten heraus betrachten lehre, so wird der Suchende nie in Verlegenheit kommen, welches meiner Bücher er im gegebenen Augenblick zu wählen hat.

 

Man wird aber gut tun, das, was in meinen einzelnen Büchern zu Worte kommt, nicht miteinander zu vermischen!

Alles vereint sich zwar mit Notwendigkeit Allem, was ich jemals darzustellen im Stande bin, aber ich habe es von Anfang an nicht für zwingend nötig erachtet, in allen Büchern streng nach der gleichen Wort-Verwendungsweise zu sprechen, weil solche Ausdrucksbegrenzung mich gezwungen hätte, Allzuvieles ungesagt zu lassen, was zu sagen mir am Herzen lag, — nachdem ich wußte, wie sehr die Suchenden seiner bedürfen.

So könnte es denn, — da ich in meinen Büchern kein „System” einer „Weltanschauung” zu geben trachtete, und jeweils das geschilderte Erleben nur als für sich gesehen zu schildern suchte, leicht zu gewiß nicht gewollten Irrtümern führen, wenn die Redeweise des einen Buches mit der des anderen untermischt werden würde.

 

Einer tieferen Einsicht wird sich dennoch natürlich bald zeigen, daß alle Aussage miteinander im Tiefsten harmoniert, möge sie nun in dieser oder jener Hinsicht auf Besonderes, ihre eigene Betonung tragen.

Immer wieder wird es sich darum handeln, ob man meine Bücher nur als „Lesestoff” betrachtet, oder in ihnen taugliche, und wahrlich schon von Vielen erprobte Hilfen sieht, um auf den Weg zum Geiste, und zuletzt „in den Geist” zu gelangen. —

Als Anweisungen, den Weg „in den Geist” zu finden, sind diese Bücher gedacht!

Das Motiv meiner Niederschriften lag von Anfang an sehr ferne dem Wunsche oder der Hoffnung, als Schreibender etwa von anderen Schreibenden beachtet werden zu wollen.

Es ging mir viel zu sehr um den von mir selber bestimmten Zweck meines Schreibens, als daß dieses selbst mir beachtenswert an sich erschienen wäre.


Ich kann aber freilich keine Wunder wirken, und wenn ich es könnte, würde ich es gewiß nicht tun, da ich schon den bloßen Wunsch: „es möge sich ein Wunder ereignen”, nicht mit der Struktur des mir erlebensoffenen substantiellen ewigen Geistes in Einklang zu bringen vermöchte.

Trotz allem, was ich meinen Büchern mitgegeben habe, genügt es daher nicht, sie nur gelegentlich zur Hand zu nehmen, darin zu blättern, und sich irgend eine Stelle eine Zeitlang durch den Kopf gehen zu lassen.

Wenn diese Bücher richtig gebraucht werden sollen, so daß sie zu geben vermögen, was sie zu geben haben, dann müssen sie ständige Lebensbegleiter des Schülers im Geistigen werden.

Es darf kein Tag vergehen an dem sie nicht vernommen würden! —

Das ist schon darum nötig, weil der Suchende sich in einer Zeit und einer aus ihr gezeugten Welt findet, deren Tendenzen noch immer auf Durchdringung und möglichste Beherrschung des Alleräußerlichsten gerichtet sind, während er selbst seine Eigenrichtung auf das Allerinnerste zu bewahren suchen muß.


Die heutige Zeit ist nicht besser und nicht schlechter als irgend eine andere!

Die heutige Welt ist in jeder Beziehung Ausdruck dessen, was der heutige Mensch auf Erden durchlebt haben muß, soll seine, seit vielen Jahrhunderten beibehaltene Strebensrichtung ins Äußere und Alleräußerste, wieder umkehrfähig werden und sich dem Inneren zuwenden können.

Man darf sich nur eine solche Umkehr nicht wie eine Art „Massenbekehrung” vorstellen!

Was wirklich wandlungsfähig wurde, wird ganz unvermerkt gewandelt, — und so stehen wir heute bereits mitten in der Verwandlung, während doch die Meisten meinen, es gehe immer noch weiter nach außen hin…

Die Augen sind vorerst noch zu sehr an das Suchen weit draußen vermuteter, oder nur erhoffter Horizonte gewöhnt, als daß sie heute schon klar zu erkennen vermöchten, wie verkrampft bereits alles Streben ins Äußere, Alleräußerlichste wurde, weil es nur noch peripheres Ausbebenmüssen längst schon in ihre Triebkraftquelle zurückgenommener Allmenschheitsimpulse ist. —

Wie ein kaum noch leuchtendes Kerzen licht kurz vor dem Erlöschen noch einmal überhell aufflackert, so feiert heute der Trieb ins Äußere Triumphe die nichts anderes als Bestätigungen seines Erlöschenmüssens sind, weil die Richtungsumkehr bereits unvermerkt überall dort begonnen hat, wo sie die ihr gemäßen Bedingungen erfüllt fand.

Die großen Allmenschheitsimpulse biegen die Strebenskräfte um, aber sie brechen sie nicht!

 


In solcher Zeit ist das Denken, Reden und Tun des Einzelnen weitaus bedeutungsvoller als inmitten der noch nicht endnahen Auswirkung zeitbedingter Allmenschheitsimpulse.

Mehr als jeder Andere braucht aber der Suchende nach seinem eigenen geistgegebenen Seinsmittelpunkt, in solcher Zeit eine innere Erfahrungswelt, in der schon das dem Äusseren noch Zukünftige, in wirklichkeitsgemäßer Gestaltung wirkungskräftig ist…

Diese geistig bestimmte Erfahrungswelt im Innern des Suchenden ihm eröffnen zu helfen, ist eine der vornehmlichsten Aufgaben meiner Bücher.

Sie können diese Aufgabe aber nur dann erfüllen, wenn der Suchende sie Tag für Tag zu Rate zieht und dabei stets der tausendfach erwiesenen Tatsache eingedenk bleibt, daß er sie niemals zu erschöpfen vermag.

Ich darf getrost behaupten, daß ein Mensch, wenn er viele Jahrhunderte auf Erden in seinem Leibe zu leben vermöchte und tagtäglich in innerer Gemeinsamkeit mit meinen Büchern wäre, doch den Tag nicht erleben würde, an dem er behaupten dürfte, diese Bücher hätten ihm nichts Neues mehr zu sagen.


In Zeiten der Umkehr der allmenschheitlichen Strebensrichtung hält sich gar Vieles für sehr fortschrittlich und zukunftsbildend, was in Wahrheit nur letzte Nachwirkung des bedenklichen Willens zum Festhalten des Gewesenen ist.

Daher ist der Suchende immer in Gefahr arger Täuschung, wenn ihm nicht Einsichten zugänglich sind, die das in Wahrheit Zukunftsbildende klar erkennen lassen.

Solchen Einsichten aber wird er fast auf jeder PDF Seite meiner Bücher begegnen.

Läßt er sich tagtäglich durch sie beraten, dann wird sich ihm die Zukunft in seiner eigenen Gegenwart bereits offenbaren, und er wird Mitschöpfer des Kommenden sein aus eigenem vorempfangenen Erleben!

Dann erst wird er an sich selbst erfahren, daß das irdische Dasein auch in den schwersten und traurigsten Zeiten seinen „Sinn” nicht verlieren kann, — daß es ihn aber nicht etwa im Denken und Gedachten hat, sondern in der Fähigkeit, geistgemäß handeln zu können.

Wer mir „Schüler” im Geistigen sein will, der ist es keineswegs schon, weil er so denkt, wie er mich denken findet oder zu finden glaubt, — sondern wird es erst dann, wenn sein tätiges Leben sich derart umgestaltet, wie die Ratschläge meiner Bücher das nahelegen!

Kann er sich dann eines Tages sagen, daß diese Bücher ihm zum Anlaß wurden, ein neues, von innerer Gewißheit und früher ungekannterTätigkeitsfreude erfülltes Leben zu beginnen, und daß er nicht mehr ohne die Lehren und Anregungen, die ich für ihn niederschrieb, leben möchte, — dann hat er meine Bücher gebraucht, „wie sie gebraucht sein wollen”!

 


Gleich anderen Dingen dieser Welt, werden auch Bücher nicht allein durch ihren Eigenwert zum Segen oder zum Fluch, sondern mehr noch durch die Art, wie man sie gebraucht.

So hängt denn auch die Auslösung der substantiellen geistigen Hilfe die meine Bücher zu bringen vermögen, in hohem Maße von der Art des Gebrauchens durch den Leser ab.

Es gibt nichts auf Erden, was man nicht mißbrauchen, — was man nicht seinem segenbringenden Gebraucht werden entfremden könnte! —

Meine Bücher machen da gewiß keine Ausnahme.

Wer sie aber heute noch nicht in rechter Weise zu gebrauchen versteht, der lege sie lieber einstweilen noch beiPDF Seite, bis er sie so zu gebrauchen weiß, wie sie es verlangen müssen.

Er wird nicht vergeblich auf sein besseres Verstehenkönnen warten, wenn nur der Wille, zu Licht und Klarheit zu kommen, lebendig bleibt!

Nur solche Menschen werden durch den Gebrauch meiner Bücher den inneren Frieden finden, die in Wahrheit vor ihrem eigenen Gewissen: „guten Willens” sind…