NACHWORT

Bo Yin Ra Das-Geheimnis PDF

DAS GEHEIMNIS

Beginn.
Das Gespräch am Strande.
Santo Spirito.
Südliche Nacht.
Die Felseninsel.
Die Fahrt auf dem Meere.`
Nachwort.






 

 

NACHWORT

 

DER Leser, der meine anderen Bücher kennt, wird wohl längst schon herausgefunden haben, daß es sich mir wahrlich hier nicht um eine „Erzählung”
handelte. –
So brauche ich ihm wohl kaum zu sagen, daß die erzählende Form dieses Buches nur gewählt werden mußte, um auch denen die Lehre, die mein sonstiges Wirken kündet, näher zu bringen, die allzuleicht den Mut verlieren und ermattet innehalten, wenn sie nur abstrakte Lehre in einem Buche finden und überdies fast ausschließlich nur von Dingen hören, die ihrem Alltag doch allzuferne liegen mögen.
Daß jedes Wort dieses Buches sich immerhin an tatsächliches Erlebnis hält, sei aber dennoch ausdrücklich betont!
Die drei Männer des Buches wurden dem Autor nur zu Trägern solchen Erlebens und gaben ihm Anlaß hier ein Bild zu schaffen, dem sich manche Farben einfügen ließen, die nicht wohl verwendbar gewesen wären, hätte er nur versuchen wollen, das reale Urbild dergleichen Erlebens nachzuzeichnen.
Gleichwohl aber ist auch dies an vielen Stellen geschehen, wenn auch der örtliche Hintergrund, wie der Umriß der sprechenden Personen Veränderung erfuhr, da nur solcher Verzicht auf „realistische Zeichnung” es dem Autor erlaubte, dem Erlebten immerhin Ausdruck zu vermitteln.
Es schien ihm auch nicht erforderlich, die drei Sprechenden dieses Buches mehr als andeutend zu charakterisieren, denn es sollte ja nicht Menschenschilderung gegeben werden, sondern ein Bild der Lehre. –

*
 
the secret

 

Wer diese Lehre in sich aufzunehmen fähig und willens ist, der wird sie unschwer aus der Umrankung zu lösen wissen, und manchem mag sie in hier gewählter Verflechtung erst völlig lebendig werden. – – –
Tau sende fanden sie bereits in mannigfacher Weise bestätigt, aber noch sind Abertausende in allen Ländern der Erde zu finden, die nach der „Wahrheit”, nach Lösung letzter Rätsel dürsten, und von einem Irrweg auf den anderen geraten, um zuletzt resignierend einzusehen, daß keiner sie zur Quelle der Erkenntnis zu führen
vermochte. – –
All diesen Suchenden möge aus diesem Buche die Sicherheit des Vertrauens werden, daß sie dennoch ihr Ziel erreichen können, wenn sie den einzigen auf dieser Erde folgen wollen, die allein hier zu lehren berechtigt sind; – die nicht eigenen Wähnens, Erschließens und Meinens Kunde geben, sondern lehren, wie der „Vater”, den sie allein nur kennen, sie zu lehren heißt! – – –

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Eine jede Zeit verlangt andere Form der Lehre, und ewige Weisheit weiß gar wohl zu entscheiden, wie jene, die ihr Werkzeug wurden, zu wirken haben. –
So handelt auch der Autor dieses Buches keines wegs nach eigenem Ermessen, wenn er das geschriebene Wort in den Dienst der Lehre stellt!
Wohin nimmer das Wort der gesprochenen Rede dringen kann, dort ist in diesen unseren Tagen das gedruckte Buch noch erreichbar und es bietet stets von neuem den Suchenden die Lehre dar, die eine gar sehr der Eile und Hast versklavte Zeit alsbald im Winde verwehen lassen würde, wäre sie nur durch des Mundes Stimme zu Zeiten vernehmbar. –
Auch soll es vermieden werden, daß sich „Gemeinden” dieser Lehre bilden und daß man zum voraus hinzunehmenden Dogma macht, was erst Erfahrung des Herzens als wahr und wirklich erweisen kann. – – –

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Wohl ist es keineswegs verwerflich, wenn da und dort ein Kreis von Suchenden es sich zur Aufgabe stellt, der Lehre nachzuleben; allein, wenn auch so manche Wahrheitssucher ihrer Artung nach nur in gemeinschaftlichem Streben Förderung zu finden glauben, so darf doch keiner – sofern er nicht die Lehre fälschen will – sie etwa nur an solches gemeinschaftliches Streben gebunden erachten! – –
Auch in solcher Gemeinsamkeit des Suchens kann sie immer nur dem Einzelnen ihre leuchtende Tiefe enthüllen, und es ist letzten Endes nur irdisch-persönliche Neigung, die den Einzelnen bestimmen mag, ob er sich Andere als Weggefährten wünscht, oder Genüge darin findet, für sich allein zu gehen. – – –
Auf jenem Höhenpfade, zu dem die Lehre leitet, ist ohnehin ein jeder, der ihr folgen will, allein auf sich gestellt, mag er um andere wissen, die den gleichen Pfad betreten haben, oder nicht!

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Es mag auch jeder jener Kultgemeinschaft treu ergeben bleiben, die ihm von früher Jugend an das Leitseil bot, an dem er seinen Weg zum Geiste zu finden hoffte, und wird er ihn dann durch ein Leben nach der hier vermittelten Lehre wirklich finden, dann wird er seines Jugendglaubens Dogma erst so zu vertiefen wissen, daß er auch anderen zu helfen weiß, die an der Wahrheit ihrer Jugendglaubenslehren längst verzweifelten, weil selbst die Lehrer solchen Glaubens ihre Zweifel in sich trugen und darum nicht zu helfen wußten, da sie selbst der Hilfe nur allzusehr bedurften. – – – –

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So möge auch dieses Buch nun Befreiung und Klarheit bringen, und allen den Weg zum Lichte zeigen, die ihn finden wollen! –
Möge allen, die ehrlichen Willens sind, durch dieses Buch der erste Anstoß werden, auf jene Geisteshöhe zu gelangen, von der aus gesehen, ihres Daseins Ziel und Endzweck ihnen nicht mehr „Geheimnis” bleibt!