En Sôph

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DAS BUCH VOM LEBENDIGEN GOTT

Geleitwort
Die Hütte Gottes bei den Menschen.

Die „Weiße Loge”.
Übersinnliche Erfahrung.
Der Weg.
En söph.
Vom Suchen nach Gott.
Von Tat und Wirken.
Von Heiligkeit und Sünde.
Die okkulte Welt.
Der verborgene Tempel.
Karma.
Krieg und Frieden.
Die Einheit der Religionen.
Der Wille zum Licht.
Die hohen Kräfte des Erkennens.
Vom Tode.
Vom Geiste.
Der Pfad der Vollendung.
Vom ewigen Leben.
Im Osten wohnt das Licht.
Glaube, Talisman und Götterbild.
Die Magie des Wortes.
Ein Ruf aus Himavat.
Eucharistie.
Epilog



En Sôph


En sÔph”, „das Seiende aus sich” ist „Geist”, der Alles in sich faßt.

Die Kräfte des Universums aber sind „Ursachen” vieler „Wirkungen”, und das verführte euch, nach einer ersten Ursache zu suchen.

Doch nie hat es eine „erste Ursache”, nach eurem Sinne, gegeben! –

Ewig gestaltet sich „Gott” aus dem Chaos der Elemente des Seins! – – –

Nichts ist hier „Ursache” und nichts ist „Wirkung”!

Nur der freie, bewußte Wille des Geistes gestaltet sich selbst für sich selber zu – „Gott”! – – –

 
 
En Soph

 
 

Chaotisch wirken die Elemente des Seins, dort, wo sie, aus Ursein hinausgeschleudert, sich bezeugen, als die tiefsten, schöpfungsträchtigsten Gewalten der Urnatur.

Dort sind sie drang- und triebhaft tätig, ohne Eigenbewußtes in ihrer Wirkung.–

Dort stehen sie noch auseinander, und jedes einzelne behauptet nur sich selbst. – –

Aus solcher Selbstbehauptung des Geschiedenen jedoch ergibt sich Pol und Gegenpol, und damit – Anziehung, die im Verlaufe unermeßbar langer Erdenzeit sodann die Sammlung vorbereitet...

Im Seelischen des Erdenmenschen wird dann die Vereinung aller Urseins-Elemente wieder Wirklichkeit, wenn Menschenwille sie erstrebt. – – –

Was in deinem Herzen tobt und drängt nach Gestaltung, – was dich ständig bewegt und in Unrast erhält: – dieses jagende Streben, irgend etwas erreichen zu müssen, – – darin erkenne die Auswirkung jener Urseinskräfte, die sich in dir erneut und nun individuell bestimmt, vereinen wollen!

Noch aber drängen sich in diesen Elementen, die sich in der hohen Form, die dein Bewußtsein braucht, als deine Seelenkräfte offenbaren, gar viele Willen an dich heran….

Noch findest du dich nicht im gebietenden Willen, der alle die andern in sich zu vereinen weiß...

Alles was in dir nach Außen hin „Ich” sagt, und was du im Innern als „Ich” empfindest, ist meist noch der vielen Willen einer, die sich im Geistesfunkenlichte deines Selbst-Bewußten einen sollen...

Erst im bewußten Sein kann göttliches Bewußt-Sein sich in Urseinselementen neu bezeugen!

Von grauenvoll – im Unsichtbaren, wie im Sichtbaren – erregter Urnatur bis hin zur Einung im Bewußtsein eines Erdenmenschen (und es gibt gar viele „Erden”!) führt der Weg der Urseinselemente zurück, hinauf, zu gottbewußtem, „neuem” Sein. – –

Was du jedoch von außen her betrachtest und „Naturkraft” nennst, ist nichts als Wirkung, nichts als Wiederspiegelung und Zeugnis gegenseitiger Beeinflussung der Urseinselemente, – aber keineswegs mit diesen selbst identisch! – – –

Was du die „Wirklichkeit” des sichtbaren und unsichtbaren Universums nennst, ist nur insofern „wirklich”, als es lediglich die Wirkung urgegebenen Seins, in Urseinselementen auf verschiedener Formungsstufe, als Erscheinung darstellt.

Das Universum „ist”, soweit die Urseinselemente „sind”, – nicht aber „aus sich selbst”!

Ihr redet noch von einem „Gott”, – dem „Schöpfer” aller Dinge, der eine unendliche Welt sich zu Ehren „erschuf”, sich zu Ehren „erhält”.

Doch solche Gottesvorstellung und Weltdaseinserklärung war nur entschuldbar in der Vorzeit, die noch nichts von alledem kannte, wodurch sich heute Urseinselemente in der Auswirkung bezeugen, und wahrlich eurem Denken schon zum Anlaß werden sollten, die alten Vorstellungen auszulöschen. –

Sie jetzt noch beibehalten wollen, ist zu gleichen Teilen Torheit, wie Lästerung! – –

„Gott” ist nur allein der Schöpfer seiner selbst in allem was da „ist”, und alles wahrhaft „Seiende” ist Sein von seinem Sein! – – –

„Gott” ist allein der Zeuger seiner selbst und nicht, in eurem Sinn, der Menschen und der Dinge Schaffer! – – –

Aller Sonnen und Welten gestaltende Kräfte sind Formen des Geistes, – Urseinselemente, – die sich in Zeit und Raum erleben und so in Zeit und Raum zeiträumliche Formen kristallisieren, – – zeitweilig nur Erscheinung, und jeweils bedingt durch den Raum...

Urseinselemente aber werden immerdar aus dem Ursein ausgeschleudert und kehren immerdar zu ihm zurück.

So war es von Ewigkeit her, und so wird es in Ewigkeit bleiben!

Stetig die Wirkung wechselnd, bezeugen sich Urseinselemente: – bald Erscheinung, bald der Erscheinung Zerstörung bewirkend.

Sie selbst aber „sind” von Ewigkeit zu Ewigkeit, wie immer sie auch ihre Wirkungsweise wechseln, und sie werden von keinem „gewirkt”...

Es hat nie einen „Anfang” gegeben, und nie kann ein Ende dieses urewigen Lebens sein!

Das ganze, weite, formengeschwängerte Universum, mit aller seiner Sichtbarkeit und seinem dir Unsichtbaren, – ist nur der Wogenspiegel eines ewigen, geistigen „Meeres”, aus dem sich in eigener Kraft die Wolke der Gottheit erhebt! – –

„Gott” bedingt das Universum, und das Universum bedingt „Gott”!

Das „Perpetuum mobile”, das Weise und Narren zu erfinden hofften, ist bereits vorhanden und kann nicht ein zweitesmal „erfunden” werden...

Alle, die nach seiner „Er-findung” strebten, ahnten nur, – wenn auch pygmäenhaft verkleinert, – das Sein des unermeßlichen „Ganzen”, – – – das Sein dessen, das da „ist” aus sich selbst, ohne „Anfang” und ohne „Ende”, das ewige „Leben”, – im Kreislauf des Seins! – – –