DIE PFLICHT, GLÜCKLICH ZU SEIN

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DAS BUCH VOM GLÜCK

Präludium
Die Pflicht glücklich zu sein

„Ich” und „Du”.
Liebe.
Reichtum und Armut.
Das Geld.
Optimismus.
Schlußwort





DIE PFLICHT, GLÜCKLICH ZU SEIN

 

Wenige nur auf dieser Erde wissen wahrhaft, das Glück an ihre Tage zu fesseln, und diese Wenigen werden gut tun, nicht von ihrem Glücke zu reden, soll nicht der Neid zu ihrem wühlenden Widersacher werden.
Unzählige jedoch ersehnen das Glück, ohne es jemals zu finden, weil sie nicht wissen, daß sie selbst nur ihres Glückes Schöpfer werden können.
Sie streben nach Glück, wie nach einer verbotenen Frucht, weil sie es finden möchten als Geschenk, und dennoch dunkel ahnen, daß es nur zu seinem gerechten Kaufpreis zu erwerben ist.
Von Jugend auf wurde ihnen gesagt, daß alles irdische Glück eine Gabe des Zufalls sei, und daß dem Edlen zieme, nicht nach Glück zu streben.
Keine Lehre erreichte je ihr Ohr, die ihnen von der Verpflichtung sprach, das Leben dieser Erdentage so zu nützen, daß es eine Quelle steten Glückes werde.
Zwar möchten sie alle «glücklich sein» und jeder versucht es auf eine andere Weise, aber das Glück soll als Zugabe kommen, und tausend andere Dinge sind ihnen wahrhaft wichtiger als ihr Glück.
Wer aber das Glück erringen will, der darf nur nach seinem Glücke streben und alles, was er sonst noch erreichen möchte, muß diesem Streben untergeordnet und weise eingeflochten
sein.– –
Kein anderer Wunsch darf seinen Willen behindern, das größte Glück, das diese Erde ihm zu geben hat, durch seine freie Tat zu schaffen.
Keine andere Aufgabe darf ihm höher stehen, als die Pflicht, zum reinsten dauernden Glück zu gelangen, und dieser Erde Glück in sich, und dadurch auch für Andere, zu mehren.

Unselige Lehre hielt seit den ältesten Tagen das Glück der Erde nur für Wenige erreichbar, während allen Anderen die Möglichkeit zu ihrem Glücke zu gelangen, immerdar verschlossen sei.
Man ahnt nicht, daß diese Erde grenzenlose Möglichkeiten des Glückes wie des Unglücks birgt, und daß der Wille des Menschen - nicht sein Wünschen! – – in beiden Fällen alles Geschehen lenkt………
Man glaubt sich «willensstark» – und ist doch nur ein Sklave seiner Wünsche, die vielleicht dann und wann ein Weniges des Willens zu bewegen wissen, an dessen Wirkung man bescheiden sein Genüge findet, ohne jemals weiter zu verlangen, weil man längst sich an der Grenze aller Willenswirkung glaubt.
Wüßte man aber, was der Wille des Menschen wirklich vermag, dann wäre bald auf dieser Erde eine Zahl der Glücklichen zu finden, weit größer als sie selbst der kühnste Träumer zu erhoffen wagt, der alle Glückesmöglichkeit vom Siege seiner Weltverbesserungs-Ideen abhängig
glaubt. – –

 
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Wir sind, was wir sein wollen!
Wir sind nur so lange die «Spielbälle des Schicksals», solange wir das Schicksal mit uns spielen lassen. – –
Wir sind nur so lange «vom Unglück verfolgt», solange wir dem Unglück vorauslaufen, um ihm zu entfliehen. – – –
Wir sind nur so lange «Enterbte des Glückes», solange wir nicht die Verpflichtung anerkennen wollen, auf dieser Erde das jeweils höchste Glück der Erde zu erstreben. – – – – –

Es ist Sünde, nicht nach Glück zu verlangen, aber es ist eine größere Sünde: sein Glück hier nicht schaffen wollen!
Sündhaft und eine Lästerung der Allgewalt des Geistes ist auch die erbärmliche Bescheidenheit, mit der man nach Glück verlangt. –
Da heißt es dem Einen schon ein Glück, wenn er ohne Sorge sich und die Seinen zu nähren vermag.
Dem Anderen gälte es als Glück, wenn er in Schlössern wohnen und in Karossen fahren könnte.
Ein anderer wieder sucht Ruhm und Ehre, Stellung und Würde als sein «Glück».
Nur Wenige wissen, daß weder Reichtum noch Ehre Glück verleihen können, daß aber Glück eine Macht ist, die jedem Menschen von allen Gütern dieser Erde gerade so viel verschafft, wie gerade er zu seinem glückerfüllten Dasein braucht, – – nicht mehr und nicht weniger. –
Wer das Glück in der Erlangung bestimmter Erdengüter zu finden glaubt, der sucht noch diese Erdengüter, – nicht das Glück!

Glück ist die Befriedigung des Schaffenden in seiner Schöpfung.
Diese Schöpfung aber ist niemals beendet, und ihr Schöpfer kennt nur «Ruhetage », – Sabbate der Seele, die ihm neue Kraft zu neuer Schöpfung spenden.
Der Glückliche ist allezeit ein Schaffender und wird des Schaffens niemals müde.
Was er schaffend formt, ist sein Glücksgrund und die Bedingung seines Glückes, – sein Glück aber ist die Macht des Schaffenden, die ihm alles zuführt, was ihm dauernde Befriedigung gewährt.
Nicht Jeder braucht das Gleiche, aber Jeder, der sein Glück zu schaffen unternimmt, wird alles erlangen, was er wirklich zu seinem Glücke braucht.

«Suchet vor allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, so wird Euch alles Übrige beigegeben werden! »
Wie übel hat man doch diese Worte des Meisters von Nazareth mißdeutet!
Zwar sagte er nach den Büchern, die seine Lehre schildern, auch die Worte: «Das Reich Gottes ist nicht da oder dort; es ist in Euch!» und zeigte dadurch eine Kraft im Menschen auf, deren «Gerechtigkeit», deren Gesetzbedingungen zu erfüllen sind, wenn «alles Übrige beigegeben werden» soll, – – allein wer hatte je den Mut, die Worte, die hier überliefert wurden, so zu deuten, wie der Meister sie in schlichter Weisheit einst gegeben hatte!?!
Aus dem «Reich Gottes», das er meinte, haben kleingläubige Seelen ein Reich salbungsvoller Reden und milder Vertröstungen gemacht, oder sie suchten dieses «Reich», ganz entgegen seinen Worten, irgendwo in einer fernen Überwelt, seiner Lehre nicht achtend, daß «das Reich der Himmel nahe» sei. – – –
Ach, daß die Verhaftung an die irdisch-sinnliche Anschauungsform der Dinge den Menschen nicht erkennen läßt, daß das «Reich Gottes» in ihm wirksam werden kann, und daß das «Reich der Himmel» allenthalben ihn umgibt, selbst wenn er sich in einer «Hölle» wähnen möchte!...
Er brauchte nur «in sich» zu gehen, um einen unerschöpflichen Schatz zu heben, – – er brauchte nur die Wellen jener Kraft, die er in sich birgt, nach außen zu senden, und das Angesicht der Erde würde sich erneuern.

Allen Wissenden aller Zeiten ward aber gezeigt, daß in dieser Weltenperiode immer nur Wenige diesen Willen zur Befreiung in sich wirken lassen wollen, und daß erst eine neue Weltenperiode und eine neue Erde entstehen muß, bis das «Warten aller Kreatur auf die Erlösung durch die Kinder Gottes », von dem Paulus spricht, eine kosmische Tatsache werden kann. – – – – –
Der Wille ist bei den meisten Menschen noch zu sehr durch sie selbst in die «Hypnose» irdisch-sinnlicher Anschauungsart gebannt, als daß sie die irdisch-sinnlichen Dinge durch Kräfte des Geistes zu lenken sich getrauen würden.
Kleingläubig warten sie auf etwas, das mechanisch von außen Hilfe bringen soll, – oder sie haben alles Hoffen und Erwarten längst begraben, – und die Wenigsten nur finden sich bereit, auch nur den Versuch zu wagen, geistige Lenker ihres Schicksals zu werden. –
Und doch können dieser «Wenigen » auch in dieser Weltenperiode mehrere werden, und gar mancher fühlt in sich ein dunkles Ahnen einer in ihm beschlossenen Macht, ohne zu wissen, wie er ihrer mächtig werden kann.
Die Lehre, die dieses Buch ihm kündet, kann ihn auf rechte Wege weisen, und der sie ihm gibt, formt nur uraltes Weisheitsgut, das in früheren Tagen streng geheim gehalten wurde, und nur selten durch Berufene besonders erwählten Menschen übergeben ward.
Es ist ein Erfahrungswissen, das Jahrtausende zu seiner Erprobung zur Verfügung hatte, und keiner, der es erprobte, wurde je getäuscht.
Die es nun weitergeben, fanden sich bereit, es aller Menschheit offenbar zu machen und die Verantwortung dafür zu tragen.

Es ist diese Lehre vom irdischen Glück wie ein geschlossener Ring.
In Dir ist die Kraft allein, Dein Glück zu schaffen und alles Glück ist nur gegründet in der Macht des Schaffenden, denn die Befriedigung, die diese Macht gewährt, allein, ist wahres Glück. – – –
Du bist zu der Betätigung der Kraft, die in Dir schläft, verpflichtet, – Du bist verpflichtet, jeweils hier auf dieser Erde Dir Dein höchstes Glück zu schaffen, und wie Du Deiner Pflicht genügen kannst, wirst Du durch dieses Buch nun in Erfahrung bringen. –