AUFERSTEHUNG

AUFERSTEHUNG

Vorwort
Auferstehung.
Das Wissen der Weisen.
Gesetz und Zufall.
Vergebliche Mühe.
Okkultistischer Karneval.
Innere Stimmen.
Magie der Furcht.
Grenzen der Allmacht.
Das neue Leben.
Festesfreude.
Wert des Lachens.
Selbstüberwindung.
Vollendung.





AUFERSTEHUNG

 

Es gibt wahrlich Wahrheiten, die aller Zeit entrückt, wie ewige Sterne in das dunkle Dasein des Menschen der Erde strahlen, um ihm, dem Gottentfernten, von jenem Lichte zu künden, dem er selbst, nach seiner Geistigkeit, entstammt.
Wohl denen, die da, gebunden an Mühsal und Erdenfron, noch ihren Blick zu erheben wissen zu jenen überweltlichen Höhen, aus denen solches wundersame Licht sie erreichen kann, um ihre Herzen mit seinem ewigen Glänze zu erfüllen!
Alle Düsternis der Erde wird vor dem, der von solchem Lichte erfüllt sie durchwandelt, weichen, und wo vordem graue Gespenster schreckten, werden die Engel des Himmels ihm lichten Weg bereiten! – –


Gar vielen aber hat die harte Not den Mut benommen, von der Erde aufzublicken, und sie fürchten allzusehr, den sicheren Boden unter den Füssen zu verlieren, wenn je die Sehnsucht sich in ihnen regt, das Haupt emporzurichten.
Es tönen Stimmen zu ihren Ohren, die da rufen: «Erdgebannte seid ihr und gefesselt in der Erde Hörigkeit!
Entsaget dem Wahn, dass euch aus lichter Höhe Hilfe werden könne.
Glaubt eitlen Sagen nicht, die euch von einem Reich des Geistes künden wollen, das nur Erdichtung törichter Schwächlinge ist, die so wie ihr durch dornichte Wüste schreiten mussten und ihrer blutenden Füsse schwärende Wunden dadurch zu vergessen suchten, dass sie sich selber solche Mär ersannen!»


Wie mancher liess sich schon durch dieser Stimmen überlautes Gekrächze beirren, und wagte es fortan nicht mehr, auf hohe Hilfe zu hoffen, so dass ihm seines Erdenlebens Tage nur lichtesleere Qual und sinnloses Opfer wurden…
Und dennoch hätte auch ihm des Geistes Licht Erlösung bringen können; dennoch hätte auch er die Finsternis, die ihn umgab, alsbald erhellt gefunden, wenn er nur selbst den Strahlen sich eröffnet haben würde, die aus des Geistes Reich ihn zu erreichen suchten. – –


Da war einst einer, der «Auftrag» von seinem «Vater» hatte, von dem er sagte, dass er «grösser» sei als er, und der da sprach:
«Ich bin die Auferstehung und das Leben: wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch gestorben ist: und jeder, der da an mich glaubt, wird nicht sterben in der Ewigkeit!»


Er hatte wahrlich nicht von einem starren Bekenntnis gesprochen, sondern von sich selbst und von dem, was er selber war, und deutlich genug war sein Wort: dass er «die Seinen» kenne, wie die Seinen ihn!
Noch aber wissen die meisten nicht, wer dieser war, der also sprechen durfte, – wer da die «Seinen» sind, zu denen er sich zählte, und wer der «Vater», der ihm Auftrag gab…
Noch hat die Welt nicht erkannt, wie tief die Gründe seiner Rede gingen, wenn er sprach:
«Wer mich nicht liebt, der tut nicht nach meinem Wort: und das Wort, das ihr hörtet, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich sandte!» – –
Sein Dasein aber war seine «Lehre», und sein Leben war Lösung aller Rätsel, die des Menschen Erdendasein birgt! – –
Doch nur, wer zu lieben weiss, was hier in irdische Erscheinung trat, wird diese Lösung in sich selbst erfahren können! – – –


Er, der als der Grösste aller Liebenden über die Erde schritt und in seiner Geistgestalt auch heute noch in der Erde geistigem Schutzkreise lebt; – er, den die Liebe hier hält «bis ans Ende der Welt», – kann keinem je sich selber offenbaren, der nicht durch Liebe ihm sein Herz zu öffnen weiss. – –
Der aber, dem er also sich im Herzen offenbart, wird wahrlich nicht mehr zweifeln, dass auch ihm die Auferstehung wird, – die gleiche Auferstehung, die dem hohen Meister wurde, als sein Erden werk der Liebe einst vollendet war! – – –


Lasst alle überklugen Zweifel fahren, die euch der alten heiligen Kunde strahlend lichte Wahrheit dunkeln wollen!
Wohl kam diese Kunde erst auf uns, nachdem gar manche, die sie nachgeschrieben hatten, ihrer Meinung Wahn in ihr bestätigt sehen wollten und so die Worte also stellten, wie sie glaubten, dass sie stehen müssten, weil ihr enges Denken nicht erfassen konnte, was einst wahrhaft Wissende in solchen Worten kundzutun sich mühten. –
Verzeiht den Törichten, was sie getan, und suchet selbst den roten Faden aufzufinden, der euch zurück zur uranfänglich hier bezeugten Wahrheit leitet!
So mag euch manches Wort wohl als der Späteren Ersinnung sich bekennen, allein die sternenhelle Wahrheit, die sich dennoch in der alten Kunde birgt, wird dann erst recht zu euren Herzen dringen.

 


Ihr werdet sicherlich erkennen, dass dem Auferstandenen sein Leib nichts nützen konnte, doch wird euch seine wahre Auferstehung also nur gewisser werden, bis ihr selbst das Zeugnis dessen, der da aus der Erdenbindung sich erhob, in euch erfahren werdet! – – –
Ich selbst darf ihn bezeugen und seine wahrhafte Auferstehung, so wie ich vom Dasein der Erdensonne Zeugnis zu geben vermöchte; und wahrlich weiss, wer mich kennt, dass ich nicht zu denen zu zählen bin, die irrer Träume Sklaven und ihres phantastischen Wahns Gefesselte
sind! – – –
Jedoch, ich will nicht, dass man solchem Worte glaube, bevor man selbst die Wahrheit meiner Worte in sich selbst erlebte!
Ich will nur allen, die in diesen dunklen Tagen sehnsuchtsvoll nach Licht verlangen, die Wege zeigen, die ihnen jenes hohe Licht der Wahrheit wieder selbst erreichbar werden lassen, das einst den Alten, die in frommer Einfalt suchten und nicht des Glaubens Hemmungen erfuhren, die den Menschen dieser Zeit beirren, ihres Erdendaseins Pfade hellte! –

 


Tausenden durfte ich hier Helfer sein; aber noch liegen Tausende in tiefem Schlafe und harren in angstvollen Träumen der Erweckung!
Noch wissen viele nicht, dass sie sich selbst Gewissheit schaffen können und dann auf Erden schon ein Wunder in sich selbst erleben, das alles übersteigt, was jemals Wundersehnsucht Menschen glauben liess. – –
Sie zu erwecken sollen meine Worte dienen, auf dass allen einst die Wahrheit sich selbst bekunde, – die Wahrheit von des «Menschensohnes» Auferstehung! – – –
Wer sie nicht in sich selbst erlebt, dem wird sie zeitlebens nur fromme Mär, oder «Glaubensartikel» sein.
Er wird kaum fassen können, dass die Wundersucht der Alten höchstes Geistgeschehen umzudeuten wagte in eine irdisch-greifbare Begebenheit…
Erst wenn er in sich selber «auferstanden» ist, wird er die Wahrheit schauen, die erster Anlass solcher Bildgestaltung wurde.

 

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